Die wenigsten Betriebe erneuern ihre Webseite, weil sie Lust auf etwas Neues haben. Meistens gibt es einen Auslöser. Ein Kunde meldet, dass das Kontaktformular am Handy nicht funktioniert. Die Preisliste soll geändert werden, und niemand kommt mehr ins System. Oder der Hoster schickt eine Mail, dass die eingesetzte Software seit zwei Jahren keine Sicherheitsupdates mehr erhält.
Dann steht ein Website-Relaunch an. Wer seine Webseite erneuern lässt, trifft dabei eine Reihe von Entscheidungen, die besser vorher fallen als mittendrin.
Wann sich das Erneuern wirklich lohnt
„Sieht nicht mehr modern aus” ist ein schlechter Grund. Gestaltung altert, das stimmt, aber sie allein bringt selten Anfragen oder verhindert sie. Aussagekräftiger sind Einschränkungen, die im Tagesgeschäft stören.
Dazu gehört, wenn Inhalte nur über einen Dienstleister geändert werden können und deshalb monatelang veraltet bleiben. Wenn das Redaktionssystem so alt ist, dass Erweiterungen nicht mehr gepflegt werden. Wenn die Seite auf dem Smartphone zwar irgendwie erscheint, aber Menüpunkte übereinanderliegen. Und der Klassiker: Der Betrieb hat inzwischen ganz andere Schwerpunkte als vor sechs Jahren, aber die Webseite erzählt noch die alte Geschichte.
Trifft davon mehreres zu, ist ein Relaunch fällig. Trifft nur ein Punkt zu, reicht oft eine Überarbeitung an der richtigen Stelle.
Webseite modernisieren oder neu bauen
Die beiden Wege unterscheiden sich stärker, als es von außen aussieht.
Beim Modernisieren bleiben Struktur und Adressen bestehen. Ausgetauscht werden Gestaltung, Technik oder einzelne Bereiche. Das geht schneller, kostet weniger und ist vor allem risikoärmer, weil sich an den Adressen der Unterseiten nichts ändert.
Ein kompletter Neuaufbau ist dann richtig, wenn die Struktur selbst das Problem ist. Wenn Besucher nicht finden, wonach sie suchen, hilft ein neues Design wenig. Dabei ändern sich fast immer auch die Adressen, und genau da passiert der Fehler, der am meisten kostet.
Weiterleitungen: der Punkt, an dem Relaunches scheitern
Wird eine Seite unter einer neuen Adresse veröffentlicht und die alte einfach abgeschaltet, verliert man zwei Dinge gleichzeitig: die Besucher, die über Google kommen, und alle Verlinkungen, die über Jahre entstanden sind. Beides fällt nicht sofort auf. Erst nach ein paar Wochen wundert man sich, warum kaum noch Anfragen eingehen.
Die Lösung ist unspektakulär. Jede alte Adresse bekommt eine dauerhafte Weiterleitung auf ihr neues Gegenstück. In der Praxis wird dabei regelmäßig dreierlei übersehen.
Erstens die Vollständigkeit. Bevor die alte Seite vom Netz geht, braucht es eine Liste aller bestehenden Adressen. Was nicht auf der Liste steht, wird auch nicht weitergeleitet. Und nachträglich lässt sich das nur mühsam rekonstruieren.
Zweitens die Kette. Eine Weiterleitung, die auf eine weitere Weiterleitung zeigt, funktioniert zwar, kostet aber Ladezeit und verwässert das Signal. Jede alte Adresse sollte in einem einzigen Schritt am Ziel ankommen. Das ist einer der häufigsten Befunde, wenn man nach einem Relaunch nachmisst.
Drittens das Ziel selbst. Alle alten Adressen pauschal auf die Startseite zu leiten, ist die bequemste und schlechteste Variante. Wer nach einer bestimmten Leistung gesucht hat, landet dann im Nichts und springt ab.
Fällt ein Inhalt ersatzlos weg, ist übrigens eine ehrliche Fehlermeldung besser als eine erzwungene Weiterleitung auf irgendetwas Ähnliches.
Was vor dem ersten Entwurf geklärt sein muss
Diese Fragen klingen nach Bürokratie und sind trotzdem der Grund, warum Projekte sich um Wochen verzögern:
Auf wen ist die Domain registriert, und wer hat die Zugangsdaten? Wer kommt an Hosting, Redaktionssystem und die E-Mail-Postfächer? Dürfen die vorhandenen Bilder und Texte weiterverwendet werden? Wer pflegt die Seite später, und geht das ohne Programmierkenntnisse?
Und der wichtigste Punkt, der fast immer vergessen wird: Liegen Auswertungen vor, aus denen hervorgeht, welche Unterseiten bisher die meisten Besucher gebracht haben?
Wer das weiß, weiß auch, welche Inhalte im neuen Aufbau auf keinen Fall verschwinden dürfen. Dienstleister wie DBM Webdesign & Online-Marketing aus Hanau klären diese Punkte mit mittelständischen Betrieben ab, bevor überhaupt etwas gestaltet wird.
Kosten und Dauer
Für einen kleinen oder mittelständischen Betrieb liegt ein Relaunch je nach Umfang im vierstelligen Bereich. Den Preis treiben vor allem drei Dinge: die Zahl der Unterseiten, ob Texte und Bilder neu entstehen müssen, und ob Funktionen wie Terminbuchung, Formulare oder ein Shop dazukommen.
Bei der Dauer wird gern übersehen, wie viel Arbeit beim Auftraggeber liegt. Inhalte zusammentragen, Bilder aussuchen, Entwürfe freigeben. Wer sich dafür früh Zeit blockt, verkürzt das Projekt spürbar. Wer es nebenher erledigen will, zieht es in die Länge.
Checkliste
- Bestehende Adressen erfassen, bevor irgendetwas abgeschaltet wird
- Zugriffszahlen der alten Seite sichern
- Weiterleitungen einrichten und jede einzeln aufrufen
- Zugänge zu Domain, Hosting und System dokumentieren
- Impressum, Datenschutz und Cookie-Hinweis auf den neuen Stand bringen
- Darstellung auf Smartphone und Tablet testen, nicht nur am Rechner
- Telefonnummer klickbar setzen und Formular einmal selbst abschicken
- In den ersten Wochen die Fehlermeldungen in der Search Console beobachten
Zum Schluss
Über den Erfolg eines Relaunches entscheidet selten die Gestaltung. Es sind die unscheinbaren Dinge: eine vollständige Adressliste, saubere Weiterleitungen, geklärte Zuständigkeiten. Wer das vor dem ersten Entwurf erledigt, bekommt am Ende eine Seite, die zeitgemäß aussieht und die Sichtbarkeit behält, die über Jahre entstanden ist.

