Wer eine Reise in Länder mit einfachen hygienischen Verhältnissen plant, sollte sich rechtzeitig mit zwei Impfungen befassen: Hepatitis A und Typhus. Beide Erkrankungen werden über verunreinigte Lebensmittel oder Trinkwasser übertragen und kommen in vielen beliebten Reiseländern deutlich häufiger vor als in Deutschland. Eine durchdachte Impfvorbereitung senkt das Risiko deutlich und gehört deshalb genauso zur Reiseplanung wie Flug und Unterkunft.
Warum Essen und Trinken unterwegs zum Risiko werden können
Die Erreger beider Krankheiten gelangen über den sogenannten fäkal-oralen Weg in den Körper, also über verunreinigtes Wasser oder Essen in den Mund. Schon Spuren reichen für eine Ansteckung aus. Das Risiko lässt sich im Reisealltag nur begrenzt kontrollieren. Eiswürfel im Getränk oder ein ungeschältes Stück Obst können bereits genügen. Auch wer vorsichtig isst, ist also nicht automatisch geschützt. Genau deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) für viele Reiseziele einen Impfschutz.
Hepatitis A: der Basisschutz für fast alle Fernreisen
Hepatitis A ist eine Virusinfektion der Leber. Bei Erwachsenen verläuft sie häufig schwerer als bei Kindern. Möglich sind Gelbsucht und ein wochenlanger Krankheitsverlauf mit ausgeprägter Erschöpfung. In dieser Zeit sind Betroffene oft arbeitsunfähig. Für die meisten Reisen in Regionen mit erhöhtem Infektionsrisiko gilt eine hepatitis a impfung daher als Grundbaustein der reisemedizinischen Vorsorge. Ein Vorteil dieser Impfung ist, dass sich der Schutz nach der ersten Dosis zügig aufbaut, sodass sie auch bei kurzfristig gebuchten Reisen noch sinnvoll sein kann. Für einen langfristigen Schutz folgt später eine zweite Dosis.
Typhus: die Ergänzung bei längeren Aufenthalten oder einfachen Reisebedingungen
Typhus wird durch Bakterien (Salmonella Typhi) verursacht und äußert sich unter anderem durch hohes, anhaltendes Fieber. Unbehandelt kann die Erkrankung einen schweren Verlauf nehmen. Die Behandlung erfordert in der Regel Antibiotika, die im Ausland nicht überall zuverlässig verfügbar sind. Gerade bei längeren Aufenthalten oder bei Familienbesuchen im Herkunftsland kann eine typhus impfung den Schutz sinnvoll ergänzen. Die Impfung bietet allerdings keinen vollständigen Schutz. Sorgfältige Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene bleibt deshalb auch für Geimpfte wichtig, weil sie das Restrisiko weiter senkt.
Den richtigen Zeitpunkt für die Impfung planen
Idealerweise findet die reisemedizinische Beratung einige Wochen vor der Abreise statt. Dann bleibt genug Zeit, damit sich der Impfschutz aufbauen kann, und mehrere Impfungen lassen sich bei Bedarf sinnvoll über verschiedene Termine verteilen. Bei der Typhus-Impfung gibt es zudem je nach Verfügbarkeit unterschiedliche Varianten, etwa eine Injektion oder eine Schluckimpfung. Die Einnahme der Schluckimpfung sollte vor der Abreise abgeschlossen sein, damit sich der Schutz rechtzeitig aufbauen kann. Steht die Reise kurzfristig an, lohnt sich der Beratungstermin trotzdem, denn gerade der Schutz gegen Hepatitis A kann auch dann noch rechtzeitig greifen.
Kosten und Erstattung durch die Krankenkasse
Reiseimpfungen sind in Deutschland in der Regel eine Selbstzahlerleistung. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Viele Krankenkassen beteiligen sich jedoch an den Kosten für Reiseimpfungen, abhängig von Kasse und Tarif. Es lohnt sich deshalb, vorab bei der eigenen Kasse nachzufragen, welche Leistungen übernommen werden, und die Rechnung nach dem Termin einzureichen.
Beratung vor Ort: reisemedizinische Anlaufstellen in Nordrhein-Westfalen
Welche Impfungen für Ihre konkrete Reise sinnvoll sind, hängt von Ihrer Reiseroute und von persönlichen Faktoren wie Vorerkrankungen ab. Eine individuelle Impfberatung ist deshalb einer pauschalen Checkliste vorzuziehen. In Nordrhein-Westfalen bietet unter anderem Vaxio an mehreren Standorten reisemedizinische Beratung und Impfungen an, mit Online-Terminbuchung und Empfehlungen auf Basis der STIKO-Richtlinien. Für die Krankenkasse erhalten Sie eine spezifizierte Rechnung. Aktuelle Hinweise zur Gesundheitslage einzelner Länder finden Sie zusätzlich beim Robert Koch-Institut und beim Auswärtigen Amt.
Prüfen Sie Ihren Impfpass am besten direkt nach der Buchung und vereinbaren Sie den Beratungstermin einige Wochen vor der Abreise. Zum Gespräch bringen Sie Ihre Reisedaten mit. So reisen Sie mit einem Schutz, der zu Ihrer Route passt.

