In der Systemgastronomie werden Verpackungen häufig vor allem als Verbrauchsmaterial betrachtet: eine Burgerbox, eine Pommesverpackung, ein Becher oder ein Deckel. Für einen Gastronomiebetrieb sind sie jedoch auch Teil der betrieblichen Abläufe. Das Verpackungsformat beeinflusst, wie schnell Mitarbeitende Bestellungen zusammenstellen, wie viele verschiedene Artikel (SKUs) gelagert werden müssen, wie gut sich einzelne Produkte zu Menüs kombinieren lassen und wie bequem Kunden ihre Bestellung mitnehmen oder geliefert bekommen.
Deshalb sollten Fast-Food-Verpackungen nicht als einzelne Behälter für einzelne Gerichte ausgewählt werden, sondern als zusammenhängendes System, das auf die Speisekarte und die Betriebsprozesse abgestimmt ist.
Verpackungen beeinflussen die Geschwindigkeit in der Küche
Zu Stoßzeiten zählt jeder zusätzliche Handgriff. Wenn eine Box aufwendig aufgerichtet werden muss, sich nur umständlich verschließen lässt oder Mitarbeitende jedes Mal zwischen mehreren ähnlichen Verpackungsformaten suchen müssen, verlangsamt das die Ausgabe der Bestellungen.
Bei einer einzelnen Bestellung beträgt der Unterschied möglicherweise nur wenige Sekunden. In einem Betrieb, der täglich Hunderte Gäste bedient, summieren sich solche Kleinigkeiten jedoch.
Deshalb sollte bei der Auswahl nicht nur das Aussehen der Verpackung bewertet werden, sondern auch ihre Handhabung im Arbeitsalltag: Wie schnell lässt sie sich aufrichten? Ist eindeutig erkennbar, für welches Produkt sie vorgesehen ist? Lässt sie sich platzsparend in der Nähe des Arbeitsbereichs lagern?
Weniger SKUs bedeuten nicht automatisch ein besseres Verpackungssystem
Unternehmen möchten die Anzahl unterschiedlicher Verpackungsartikel verständlicherweise reduzieren. Weniger Positionen vereinfachen den Einkauf, die Lagerverwaltung und die Verteilung auf einzelne Standorte.
Eine zu starke Vereinheitlichung kann jedoch ebenfalls Probleme verursachen.
Wird dieselbe Box für Burger unterschiedlicher Höhe verwendet, bleibt bei manchen Produkten zu viel Freiraum, während andere zusammengedrückt werden. Wenn dieselbe Snackverpackung sowohl für trockene Nuggets als auch für Gerichte mit viel Soße eingesetzt wird, können sich die Anforderungen an das Material deutlich unterscheiden.
Das Ziel besteht daher nicht darin, die Anzahl der Verpackungsformate um jeden Preis zu minimieren. Entscheidend ist vielmehr, mit möglichst wenigen geeigneten Formaten das gesamte Menü zuverlässig abzudecken.
Kombimenüs sollten als vollständige Bestellung betrachtet werden
Eine einzeln ausgewählte Burgerbox, Pommesverpackung und ein Getränkebecher können jeweils für sich gut funktionieren. Kunden erhalten diese Produkte jedoch häufig zusammen.
Deshalb sollten beliebte Kombimenüs immer als vollständige Bestellung getestet werden. Lassen sich alle Bestandteile bequem in einer Tragetasche unterbringen? Drücken die Verpackungen aufeinander? Steht der Getränkebecher stabil? Kann der Kunde die gesamte Bestellung problemlos tragen?
Gerade bei solchen Tests können Schwierigkeiten sichtbar werden, die bei der Bewertung einzelner Verpackungsprodukte nicht auffallen.
Take-away und Delivery stellen unterschiedliche Anforderungen
Beim Verzehr vor Ort wird eine Verpackung möglicherweise nur wenige Minuten genutzt. Bei Take-away transportiert der Kunde sie selbst. Beim Lieferservice kommt zusätzlich der gesamte Transportweg hinzu.
Das bedeutet, dass dasselbe Gericht je nach Vertriebskanal unterschiedliche Anforderungen an seine Verpackung stellen kann. Bei Lieferbestellungen gewinnen die Stabilität der Konstruktion, die richtige Positionierung der Speisen im Inneren und das Verhalten der Verpackung während des gesamten Transports an Bedeutung.
Für Gastronomiebetriebe, bei denen der Lieferservice einen großen Teil des Umsatzes ausmacht, ist es sinnvoll, Verpackungen unter realistischen Transportbedingungen zu testen – und nicht nur unmittelbar nach dem Befüllen in der Küche.
Das Verpackungsmaterial muss zum Lebensmittel passen
Ein Fast-Food-Menü umfasst Produkte mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften. Burger enthalten Soßen, Käse und saftige Zutaten. Pommes frites und Snacks kommen mit Fett in Kontakt. Andere Gerichte können einen hohen Feuchtigkeitsgehalt aufweisen.
Die bloße Materialbezeichnung – etwa Karton oder Papier – reicht deshalb nicht aus, um zu beurteilen, ob eine Verpackung für ein bestimmtes Gericht geeignet ist.
Wichtig sind die Temperatur der Speisen, ihr Fettgehalt, die Soßenmenge und die Dauer des Kontakts mit der Verpackung. Bei neuen Menüangeboten oder großen Bestellmengen empfiehlt es sich, die ausgewählte Verpackung mit dem tatsächlich zubereiteten Gericht zu testen.
Das Branding sollte über die gesamte Verpackungslinie hinweg funktionieren
Verpackungen gehören zu den sichtbarsten physischen Kontaktpunkten einer Marke, insbesondere bei Take-away und Delivery. Kunden sehen möglicherweise nie die Einrichtung eines Restaurants, kommen aber mit der Burgerbox, dem Getränkebecher und der Tragetasche in Kontakt.
Für Restaurantketten ist es deshalb wichtig, dass unterschiedliche Verpackungsarten als Teil eines einheitlichen Systems wahrgenommen werden. Logo, Markenfarben, grafische Elemente und Gestaltungsprinzipien sollten an verschiedene Verpackungskonstruktionen angepasst werden können, statt für jedes Produkt neu entwickelt werden zu müssen.
Das ist besonders bei einer Erweiterung der Speisekarte relevant. Wenn das Gestaltungssystem von Anfang an durchdacht ist, können neue Burgerboxen oder Snackverpackungen in das Sortiment aufgenommen werden, ohne das gesamte Corporate Design überarbeiten zu müssen.
Verpackungen beeinflussen auch den Einkauf
Für B2B-Kunden zählt nicht nur der Preis einer einzelnen Box. Ebenso wichtig sind Mindestbestellmengen, die Häufigkeit von Nachbestellungen, der benötigte Lagerplatz, die Anzahl unterschiedlicher SKUs und gleichbleibende Produkteigenschaften bei Folgebestellungen.
Wenn eine Restaurantkette Dutzende ähnlicher Verpackungsformate verwendet, können bereits kleine Abweichungen in der Einkaufsplanung dazu führen, dass von einigen Artikeln zu große Bestände vorhanden sind, während andere fehlen.
Deshalb sollten Verpackungen gemeinsam mit der Speisekarte geplant werden und nicht erst im Nachhinein. Je klarer die Struktur des Verpackungssortiments ist, desto einfacher lassen sich Verbrauchsmengen prognostizieren und regelmäßige Lieferungen organisieren.
Gute Verpackungen fallen kaum auf
Wenn eine Verpackung richtig ausgewählt wurde, denken Kunden normalerweise nicht weiter darüber nach. Sie erhalten ihre Bestellung, können die Box einfach öffnen, bequem daraus essen oder das Produkt transportieren, ohne auf zusätzliche Schwierigkeiten zu stoßen.
Genau das zeichnet eine funktionale Verpackungslösung aus.
Für den Gastronomiebetrieb zeigt sich ein gutes Verpackungssystem auf andere Weise: Mitarbeitende können schnell damit arbeiten, die Anzahl der SKUs bleibt überschaubar, beliebte Kombimenüs lassen sich problemlos zusammenstellen und neue Gerichte erfordern nicht jedes Mal eine grundlegende Umstellung der Einkaufsprozesse.
Fast-Food-Verpackungen sind deshalb weit mehr als Verbrauchsmaterial. Sie beeinflussen gleichzeitig das Produkt, die betrieblichen Abläufe, die Logistik und das Kundenerlebnis.
Univest ist seit über 30 Jahren in der Herstellung von Papierverpackungen für die Lebensmittelindustrie und den HoReCa-Bereich tätig. Das Unternehmen produziert Burgerboxen, Snackverpackungen, Getränkebecher und weitere Verpackungslösungen für die Systemgastronomie und bietet B2B-Kunden auch die Möglichkeit einer individuellen Gestaltung.

