Ein Umzug nach Deutschland bringt viele praktische Aufgaben mit sich. Neben der Wohnungssuche, der Anmeldung und der Eröffnung eines Bankkontos gibt es auch weniger offensichtliche Dinge, die Beachtung verdienen. Die technische Infrastruktur einer deutschen Wohnung gehört dazu. Wer das rechtzeitig regelt, vermeidet unnötige Schwierigkeiten in den ersten Wochen.
Eine Wohnung finden und was danach kommt
Der deutsche Mietmarkt, insbesondere in Städten wie München, Berlin oder Hamburg, ist wettbewerbsintensiv. Eine Wohnung zu finden erfordert in der Regel einen Schufa-Bericht, Gehaltsabrechnungen und Referenzen. Sobald der Mietvertrag unterzeichnet ist, beginnt eine zweite Phase: die Organisation der Versorgungsleistungen.
In Deutschland sind Strom und Gas in den meisten Fällen nicht in der Miete enthalten. Diese Verträge schließt man selbst mit einem Anbieter nach Wahl ab. Gleiches gilt für das Internet. Die meisten Anbieter arbeiten mit Mindestlaufzeiten von zwölf Monaten, daher lohnt ein Vergleich im Voraus. Frag beim Vermieter nach, welcher Anschlusstyp in der Wohnung verfügbar ist, denn das bestimmt, welche Anbieter infrage kommen.
Internetanschluss und Fernsehen
Deutschland kennt mehrere Arten von Internetanschlüssen. Glasfaser ist die schnellste Option, aber noch nicht überall verfügbar. DSL über die Telefonleitung ist weit verbreitet und funktioniert in den meisten Wohnungen. Kabelinternet über das Koaxnetz ist eine dritte Option, die in vielen älteren Wohnhäusern und größeren Gebäuden verfügbar ist.
In Wohnungen mit Kabelanschluss führt ein Koaxialkabel von der Anschlussdose in der Wand zum Modem oder Fernseher. Prüfe beim Einzug, ob dieses Kabel intakt und ordentlich angeschlossen ist. Ein beschädigter oder loser Anschluss kann das Signal verschlechtern, selbst wenn der Rest der Installation in Ordnung ist.
Fernsehen lässt sich in Deutschland über Kabel, Satellit oder digitale Antenne, auch DVB-T2 genannt, empfangen. In vielen Mietwohnungen ist Kabelfernsehen über den Vermieter oder einen Sammelvertrag verfügbar. Erkundige dich rechtzeitig danach, denn die Kündigungsfristen für solche Sammelverträge können lang sein.
Anmeldung und weitere Pflichten
Die Anmeldung, also die offizielle Ummeldung an der neuen Adresse beim Einwohnermeldeamt, ist Pflicht und muss in der Regel innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug erfolgen. Ohne Anmeldung lässt sich in Deutschland kein Bankkonto eröffnen, kein Arbeitsvertrag unterzeichnen und kein Telefonvertrag abschließen. Kümmere dich also direkt darum, sobald du die Schlüssel hast.
Daneben gibt es den Rundfunkbeitrag, einen Beitrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk von rund achtzehn Euro im Monat. Dieser ist für jeden Haushalt in Deutschland verpflichtend, unabhängig davon, ob man öffentlich-rechtliches Fernsehen schaut oder nicht. Nach der Anmeldung erhält man automatisch eine entsprechende Benachrichtigung.
Praktische Tipps für die ersten Wochen
Ein Umzug nach Deutschland verläuft reibungsloser, wenn man die Dinge in der richtigen Reihenfolge angeht. Beginne mit der Anmeldung, eröffne danach ein Bankkonto und schließe anschließend deine Versorgungsverträge ab. Starte den Internetanschluss so früh wie möglich, denn die Lieferzeiten für Modems und Technikertermine können in Deutschland mehrere Wochen betragen.
Prüfe beim Einzug auch den Zustand der Wohnung sorgfältig und halte eventuelle Mängel schriftlich fest. Das schützt beim Auszug vor ungerechtfertigten Abzügen von der Kaution. Deutschland hat in dieser Hinsicht einen klaren Mieterschutz, der aber nur greift, wenn man rechtzeitig dokumentiert.

