Margot Friedländer war eine der bekanntesten deutschen Zeitzeuginnen des Holocaust. Die Berlinerin überlebte Theresienstadt und baute in den Vereinigten Staaten ein neues Leben auf – an der Seite von Adolf Friedländer, dem sie über mehr als fünf Jahrzehnte verbunden blieb. Er stammte aus Berlin, überlebte den Holocaust und arbeitete nach dem Krieg als Associate Executive Director am 92nd Street Y in New York.
Adolf Friedländer: Herkunft und Beruf
Adolf Friedländer stammte aus Berlin und war vor dem Zweiten Weltkrieg in der jüdischen Gemeinschaft der Stadt bekannt. Er arbeitete als Verwaltungsleiter des Jüdischen Kulturbundes – einer Organisation, die zwischen 1933 und 1941 jüdischen Künstlerinnen und Künstlern unter nationalsozialistischer Herrschaft eine der letzten verbliebenen kulturellen Bühnen bot.
Margot beschrieb ihn später als älter und wenig auffällig – jemanden, dem sie anfangs keine besondere Aufmerksamkeit schenkte. In seiner Funktion beim Kulturbund trug er erhebliche Verantwortung und war in Berliner jüdischen Kreisen gut vernetzt.
Erste Begegnung in Berlin
Gemeinsame Arbeit beim Jüdischen Kulturbund
Margot Bendheim – so ihr Geburtsname – arbeitete beim selben Kulturbund als Kostümschneiderin. Dort begegneten sich die beiden zum ersten Mal – ein flüchtiger Kontakt, dem Margot damals keine besondere Bedeutung beimaß.
Die Wege der beiden trennten sich, als der Kulturbund 1941 zwangsaufgelöst wurde. Drei Jahre später sollten sie sich unter gänzlich anderen Umständen wiedersehen.
Wiedersehen in Theresienstadt
Eine Verbindung im Angesicht des Verlustes
Im April 1944 wurde Margot Bendheim verhaftet und in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort traf sie Adolf Friedländer erneut. Wie Margot hatte auch er seine gesamte Familie im Holocaust verloren. Im geteilten Schmerz und der gemeinsamen Trauer wuchsen die beiden näher zusammen.
Margot beschrieb ihre Gefühle in ihren Memoiren mit den Worten: „Ich brauchte Zeit, wieder ein Mensch zu werden.” Es war für Adolf genauso. Der Schmerz hat uns näher zusammengebracht als Verliebtheit.” Diese Worte zeigen, dass ihre Verbindung auf etwas Tieferem beruhte als romantischer Zuneigung – nämlich auf dem geteilten Überleben und dem Wunsch nach menschlicher Nähe.
Nach der Befreiung des Lagers durch sowjetische Truppen am 8. Mai 1945 machte Adolf Margot einen Heiratsantrag. Sie nahm an.
Die Hochzeit – Ein Neuanfang nach dem Krieg
Am 26. Juni 1945 heirateten Margot und Adolf Friedländer in Theresienstadt. Ein Rabbiner vollzog die Zeremonie. Als Chuppa diente ein Gebetsschal, und entsprechend der jüdischen Tradition wurde ein Stück Porzellan zerbrochen – von dem Margot einen Teil als persönliche Erinnerung aufbewahrte.
Die Hochzeit war kein festliches Ereignis im üblichen Sinne. Es war ein stiller, aber bedeutsamer Schritt zweier Menschen, die trotz allem am Leben festhielten und gemeinsam einen Weg nach vorne suchten.
Das Paar lebte zunächst in einem Lager für Vertriebene in Deggendorf, Niederbayern, bevor es 1946 mit einem Schiff in die Vereinigten Staaten emigrierte.
Auf einen Blick: Adolf Friedländer
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Vollständiger Name | Adolf Friedländer (in Amerika als „Eddie” bekannt) |
| Herkunft | Berlin, Deutschland |
| Beruf in Berlin | Verwaltungsleiter, Jüdischer Kulturbund |
| Beruf in New York | Associate Executive Director, 92nd Street Y |
| Heirat | 26. Juni 1945, Theresienstadt |
| Wohnort in den USA | Kew Gardens, Queens, New York |
| Kinder | Keine |
| Todesjahr | 1997, New York |
Ein neues Leben in Amerika
Alltag und Arbeit in New York
1946 ließen sich Margot und ihr Mann in Kew Gardens, einem ruhigen Wohnviertel im New Yorker Stadtbezirk Queens, nieder. Adolf übernahm dort die Position des Associate Executive Director am 92nd Street Y – einem angesehenen Kulturzentrum in Manhattan. Margot arbeitete als Reiseberaterin und Schneiderin.
Vor allem Adolf hatte geschworen, nie wieder nach Deutschland zurückzukehren. Das Paar nahm die amerikanische Staatsbürgerschaft an und schrieb seinen Nachnamen fortan als „Friedlander”. Die Ehe blieb kinderlos. Über fünfzig Jahre lang lebten die beiden Seite an Seite in ihrer Wahlheimat New York.
Nach dem Tod ihres Mannes
Adolf Friedländer verstarb 1997 in New York. Nach seinem Tod begann Margot, am 92nd Street Y – genau dem Kulturhaus, in dem Adolf gearbeitet hatte – einen Memoirenkurs zu besuchen. Diese Erinnerungen flossen zunächst in den Dokumentarfilm Don’t Call It Heimweh ein, der 2004 beim Woodstock Film Festival Premiere feierte. Darauf aufbauend veröffentlichte Margot 2008 ihr autobiografisches Werk unter dem Titel Versuche, dein Leben zu machen.
Im Jahr 2010 kehrte Margot Friedländer dauerhaft nach Berlin zurück. Sie wurde zur gefragten Zeitzeugin, Rednerin und Trägerin zahlreicher Ehrungen, darunter das Bundesverdienstkreuz sowie ein Ehrendoktortitel der Freien Universität Berlin. Sie verstarb am 9. Mai 2025 im Alter von 103 Jahren.
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Häufig gestellte Fragen
1. Wer war der Ehemann von Margot Friedländer?
Adolf Friedländer war der Ehemann von Margot Friedländer. Er stammte aus Berlin, arbeitete vor dem Krieg als Verwaltungsleiter des Jüdischen Kulturbundes und überlebte das Ghetto Theresienstadt, wo er und Margot sich wiedertrafen.
2. Wann heirateten Margot und Adolf Friedländer?
Die Hochzeit fand am 26. Juni 1945 in Theresienstadt statt – wenige Wochen nach der Befreiung des Lagers am 8. Mai 1945.
3. Hatten Margot Friedländer und ihr Mann Kinder?
Nein. Die Ehe von Margot und Adolf Friedländer blieb kinderlos.
4. Wann verstarb Adolf Friedländer?
Adolf Friedländer starb im Jahr 1997 in New York, nach mehr als fünfzig gemeinsamen Jahren mit Margot in den Vereinigten Staaten.
5. Was tat Margot Friedländer nach dem Tod ihres Mannes?
Nach dem Verlust ihres Mannes begann Margot Friedländer, ihre Lebenserinnerungen schriftlich festzuhalten. Daraus entstand zunächst der Dokumentarfilm Don’t Call It Heimweh (2004), gefolgt von ihrem autobiografischen Buch Versuche, dein Leben zu machen (2008). Im Jahr 2010 kehrte sie dauerhaft nach Berlin zurück und engagierte sich bis zu ihrem Tod 2025 aktiv als Zeitzeugin gegen Vergessen und Antisemitismus.

