Der Markt für Einweg-E-Zigaretten boomt – und mit ihm tauchen immer neue Marken, Modelle und Bezeichnungen auf. Eine davon sind sogenannte Tornado Vape oder RandM Tornado Vapes, die in sozialen Netzwerken, auf Marktplätzen und in einigen Onlineshops stark beworben werden. Oft handelt es sich dabei um farbenfrohe, leistungsstarke Einweggeräte mit hohen Puff-Angaben wie 7.000, 15.000 oder sogar 30.000 Zügen. Doch gleichzeitig stellen viele Konsumenten sich die Frage:
Kann man Tornado Vapes in Deutschland überhaupt legal kaufen?
Dieser Artikel beantwortet diese Frage umfassend, erklärt die Rechtslage, beschreibt Risiken, zeigt, worauf man beim Kauf achten sollte, und gibt praxisnahe Empfehlungen für Verbraucherinnen und Verbraucher.
1. Was sind Tornado Vapes eigentlich?
Der Begriff „Tornado Vape“ ist kein geschützter Markenbegriff, sondern ein Sammelbegriff für eine Reihe von Einweg-E-Zigaretten, die meist von asiatischen Herstellern stammen. Besonders bekannt ist die Produktlinie RandM Tornado, die optisch auffällige Disposables mit starken Farben, LED-Effekten und vor allem sehr hohem „Puff Count“ anbietet.
Typische Merkmale von Tornado Vapes:
- Große Zugangaben (3000–30.000 Puffs)
- Häufig wiederaufladbar, aber weiterhin Einweg (Disposable + Rechargeable)
- Oft größere Liquidvolumen als typische EU-konforme Einweggeräte
- Nikotinhaltige Optionen zwischen 0 mg und teilweise über 20 mg/ml
- Bunte Designs, LED-Lichter, auffällige Verpackungen
Damit gehören sie zu einer Geräteklasse, die häufig als „Super-Disposables“ bezeichnet wird – Einweggeräte mit technisch höheren Spezifikationen als traditionelle 2-ml-EU-Disposables.
2. Die rechtliche Lage in Deutschland: Was ist erlaubt, was nicht?
Um zu verstehen, ob Tornado Vapes legal erhältlich sind, muss man die Gesetzeslage im Bereich E-Zigaretten kennen. In Deutschland gilt das Tabakerzeugnisgesetz (TabakerzG), das die EU-Tabakproduktrichtlinie (TPD) vollständig umsetzt. Diese schreibt strenge Vorgaben für den Verkauf von nikotinhaltigen E-Zigaretten vor.
2.1. Die wichtigsten gesetzlichen Grenzen
Für nikotinhaltige Einweg-Vapes gelten in Deutschland klare Grenzen:
- Maximale Flüssigkeitsmenge:
2 ml bei Einwegkartuschen oder Einweggeräten
- Maximale Nikotinkonzentration:
20 mg/ml (2 %)
- Werbung ist stark eingeschränkt
- Alle Produkte müssen gemeldet und zugelassen sein
(inkl. Prüfungen, Inhaltsstoffdeklaration, Sicherheitshinweise)
- Strikte Altersbeschränkung (ab 18)
2.2. Sind Tornado Vapes mit 8, 10, 20 oder 30 ml Liquid legal?
Nein.
Einweggeräte mit mehr als 2 ml Liquid sind in Deutschland nicht zulässig, wenn sie nikotinhaltig sind.
Viele Tornado-Vape-Modelle werben jedoch mit:
- 8 ml,
- 12 ml,
- 14 ml,
- 18 ml,
- 20 ml,
- 30 ml
oder noch größeren Mengen.
Solche Geräte überschreiten die gesetzlichen Grenzen deutlich.
2.3. Sind 0-mg Tornado Vapes erlaubt?
Hier wird es interessant:
Für nikotinfreie Einweggeräte gelten die strengen EU-Grenzwerte bezüglich der Füllmenge nicht im gleichen Umfang wie für nikotinhaltige Geräte.
Das bedeutet:
- Nikotinfreie Tornado Vapes können legal sein,
wenn sie die übrigen Sicherheitsanforderungen erfüllen.
Allerdings sind viele „0 mg“-Produkte inoffizieller Herkunft, falsch etikettiert oder mischen Nikotin ohne korrekte Kennzeichnung, weshalb sie trotzdem problematisch sein können.
3. Werden Tornado Vapes in Deutschland verkauft?
Die kurze Antwort lautet:
Ja – Tornado Vapes werden in Deutschland verkauft.
Sie tauchen häufig auf:
- in Online-Shops,
- auf Marktplätzen,
- in TikTok- und Instagram-Shops,
- in manchen Kiosken oder Shisha-Läden.
Die entscheidende Frage ist jedoch nicht, ob sie verkauft werden, sondern:
Sind diese Angebote legal und sicher?
Und hier lautet die ehrliche Antwort:
Es kommt darauf an.
Viele der angebotenen Tornado-Produkte erfüllen die deutschen und europäischen Vorgaben nicht. Manche besitzen keine korrekten Warnhinweise, keine deutsche Produktzulassung oder überschreiten die zulässigen Grenzwerte massiv.
Trotzdem gelangen sie über verschiedene Vertriebskanäle nach Deutschland – häufig als Grau- oder Schwarzmarktware.
4. Warum sind viele Tornado Vapes problematisch?
4.1. Überschreitung gesetzlicher Grenzen
Die meisten Tornado-Modelle überschreiten die zentrale EU-Grenze von 2 ml Liquid deutlich. Ein Gerät mit 20 oder 30 ml entspricht faktisch 10–15 Einweg-Vapes, die einzeln zugelassen werden müssten.
4.2. Fehlende Produktzulassung
Viele Geräte haben:
- keine deutsche Inhaltsstoffliste,
- keine Warnhinweise,
- keine Sicherheitsmeldungen,
- keine europäische Konformitätserklärung.
Ohne diese Angaben sind sie in Deutschland nicht legal verkehrsfähig.
4.3. Unsichere Herkunft
Viele Tornado-Geräte werden als:
- „fast shipping from EU“
- „genuine product“
- „direct from factory“
beworben, ohne klare Herstellerangaben. Das erschwert Rückverfolgbarkeit und Produktsicherheit.
4.4. Risiko gefälschter Nikotinwerte
Bei Tests von vergleichbaren Geräten in Europa wurde festgestellt:
- zu hohe Nikotinkonzentrationen,
- falsch deklarierte 0-mg-Geräte,
- Verunreinigungen und Schadstoffe,
- fehlende oder mangelhafte Qualitätssicherung.
5. Wie erkennt man legale Produkte?
Hier eine praktische Checkliste, um Tornado Vapes oder andere Disposables zu beurteilen.
Legale und konforme Produkte haben:
- Max. 2 ml Liquid (bei Nikotinprodukten)
- Max. 20 mg/ml Nikotin
- Klare deutsche Warnhinweise
- Deutsche oder EU-weite Hersteller-/Importeursangaben
- Altersprüfungen im Shop
- CE-Kennzeichen
- Seriennummern / Rückverfolgbarkeit
- Meldung über das EU-TPD-System
Verdächtige Produkte erkennt man an:
- Puffs > 900–8000 (typische EU-Geräte liegen meist darunter)
- Liquidmengen > 2 ml
- Keine deutschen Warnhinweise
- Unklare Herstellerangaben
- Extrem bunte Verpackung ohne Pflichtkennzeichnung
- Versand aus Drittstaaten oder ohne Impressum
6. Warum werden Tornado Vapes trotzdem verkauft?
Es gibt mehrere Gründe, warum nicht zugelassene Produkte auf dem deutschen Markt auftauchen.
6.1. Graumarktimporte
Händler importieren Ware direkt aus Asien oder Zwischenlagern in Osteuropa, ohne den gesetzlich vorgeschriebenen Zulassungsprozess durchzuführen.
6.2. Nachfrage nach großen Puff-Zahlen
Konsumenten wollen Geräte mit langer Laufzeit. Ein Tornado mit 20 ml entspricht oft dem Wert von 10 kleinen Disposables – günstiger und praktischer für manche Nutzer.
6.3. Lücken im Onlinehandel
Marktplätze wie TikTok, Social-Media-Shops oder kleine Webshops unterliegen nicht immer derselben Kontrolle wie etablierte deutsche Händler.
6.4. Fehlende Kontrollen im Paketversand
Zoll und Marktüberwachungsbehörden können nicht jede Sendung überprüfen, weshalb viele Produkte ungeprüft durchrutschen.
7. Worauf sollten Verbraucher besonders achten?
7.1. Bei Einweg-Vapes mit mehr als 2 ml Nikotin: Vorsicht!
Wenn ein Tornado-Vape „15 ml“, „20 ml“ oder „30.000 Puffs“ enthält und gleichzeitig Nikotinhalt hat, ist es praktisch sicher:
➡️ Das Gerät ist in Deutschland nicht erlaubt.
7.2. Produkte ohne deutsche Kennzeichnung meiden
Fehlen Warnhinweise wie:
- „Dieses Produkt enthält Nikotin“
- „Nicht für Jugendliche geeignet“
- „Von Kindern fernhalten“
dann ist Vorsicht geboten.
7.3. Vorsicht bei extrem billigen Angeboten
Sehr niedrige Preise deuten oft auf:
- gefälschte Produkte,
- Restposten ohne Prüfungen,
- unkontrollierte Produktionsbedingungen.
7.4. Gesundheitliche Risiken berücksichtigen
Einweggeräte mit extrem hohem Nikotingehalt oder mangelhafter Qualität können eine Gefahr darstellen – sowohl kurzfristig als auch langfristig.
8. Können Tornado Vapes in Zukunft legal werden?
Ob Tornado Vapes jemals weitflächig legal in Deutschland verkauft werden können, hängt davon ab, ob Hersteller:
- ihre Geräte an die EU-Grenzwerte anpassen,
- sie korrekt anmelden,
- die Füllmenge auf 2 ml reduzieren,
- vollständige Sicherheits- und Herstellerinformationen bereitstellen.
Einige Hersteller denken über EU-konforme Varianten nach, doch bisher bleibt der Markt weitgehend unreguliert und problematisch.
9. Fazit: Kann man Tornado Vapes in Deutschland kaufen?
Kurzantwort: Ja, man kann Tornado Vapes kaufen – aber nicht alle sind legal.
Eine realistische Zusammenfassung:
- Ja, Tornado Vapes werden in Deutschland online und teilweise offline verkauft.
- Nein, viele davon entsprechen nicht der deutschen oder europäischen Gesetzgebung.
- Legal verfügbar können lediglich Varianten sein, die:
- nikotinfrei sind oder
- die EU-Grenzwerte (2 ml, 20 mg/ml) einhalten.
- nikotinfrei sind oder
- Viele angebotene Geräte sind nicht zugelassen, haben zu viel Liquid oder unvollständige Kennzeichnung.
- Verbraucher sollten genau hinschauen, denn gesundheitliche und rechtliche Risiken bestehen.
10. Empfehlung für Verbraucher
Wenn Sie den Kauf dennoch in Betracht ziehen, beachten Sie Folgendes:
- Kaufen Sie nur bei Händlern mit vollständigem Impressum.
- Prüfen Sie die Liquidmenge (kritisch bei Nikotinprodukten!).
- Meiden Sie Geräte ohne deutsche Warnhinweise.
- Halten Sie sich an bekannte, geprüfte Marken aus dem Fachhandel.
- Melden Sie verdächtige Produkte an lokale Verbraucherstellen.
Der sicherste Weg bleibt der Kauf von EU-konformen Disposables im seriösen Fachhandel – egal ob online oder vor Ort.
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