Wer sein Wohnzimmer neu einrichtet, fängt meistens mit der Wandfarbe an oder stellt zum Beispiel das Sofa in eine ganz neue Ecke. Das ist prinzipiell sinnvoll, denn mit der Art, wie man die Dinge neu im Raum verteilt, entsteht eine ganz neue Atmosphäre. Eine gute Anordnung sorgt dafür, dass alles harmonisch zusammenpasst. Es ist sinnvoll, die Sitzmöbel als zusammengehörige Gruppe zu betrachten: wenn man das Sofa und die Sessel ein wenig zur Mitte orientiert, entsteht ein einladender Bereich, der Offenheit und Freundlichkeit ausstrahlt.
Im Wohnzimmer spielen aber auch die Ablageflächen eine wichtige Rolle. Es ist praktisch, wenn man Zeitschriften, die Fernbedienung oder ein Getränk jederzeit griffbereit hat. Ein schöner Couchtisch verbindet die verschiedenen Sitzgelegenheiten optisch miteinander und bietet Komfort. Wenn man darauf achtet, dass um den Tisch herum genug Platz zum Durchgehen bleibt, wirkt die Ecke luftig und trotzdem gemütlich.
Das richtige Licht für den Feierabend
Licht ist sehr wichtig, besonders abends, wenn man sich im Wohnzimmer zurückzieht und entspannen will. Für die perfekte Beleuchtung eignet sich indirektes Licht, also kleine Lampen und Strahler, die im Raum verteilt sind, anstelle einer einzigen großen Lampe in der Mitte des Zimmers. Auch eine Stehlampe neben dem Sessel zum Lesen funktioniert gut, eine kleine Leuchte auf dem Sideboard oder vielleicht ein moderner Lichtstreifen hinter dem Fernseher. Die Leuchten kann man zusätzlich mit Kerzen kombinieren. Unterschiedliche Lichtquellen geben dem Raum zudem Tiefe. Ein wichtiger Punkt ist auch, dass man Leuchtmittel mit warmweißer Lichtfarbe kauft. Sie machen den Raum sofort gemütlicher und wirken nicht wie eine kalte Arztpraxis oder ein Großraumbüro.
- Dimmbare Lampen sind ideal, um die Helligkeit anzupassen.
- Kleine Lichterketten in Gläsern sind eine einfache Deko.
- Lichtinseln schaffen verschiedene Zonen im Raum.
Akustik und weiche Oberflächen
Ein Raum, der hallt, fühlt sich kalt an. Das passiert oft in modernen Wohnungen mit Fliesen. Man kann das ganz einfach ändern, indem man Textilien benutzt. Ein großer Teppich unter der Sitzgruppe schluckt eine Menge Schall. Auch Vorhänge aus dickem Stoff oder Kissen auf dem Sofa helfen dabei, den Lärm zu dämpfen. Wenn die Akustik stimmt, kann man sich viel entspannter unterhalten.
Es lohnt sich auch, bei den Materialien zu mischen. Holz bringt Wärme rein, während Metall oder Glas eher kühl wirken. Fliesenböden kann man ändern, indem man Parkett verlegt oder – wenn das zu aufwendig ist – Vinylboden in Parkettoptik verlegt oder aufklebt. Den kann man auch später wieder entfernen, weshalb er eine gute Option in Mietwohnungen ist. Ein Mix aus verschiedenen Stoffen wie Baumwolle oder Leinen macht das Ganze lebendig. Man sollte die Dinge einfach mal anfassen: Was sich gut anfühlt, sorgt meistens auch für eine gute Stimmung im Raum.
Ordnung halten
In einem vollgestopften Zimmer kommt man schwer zur Ruhe. Wenn überall Dinge herumliegen, die man schon immer einmal aufräumen wollte, sammelt sich nicht nur Staub an – Unordnung sorgt für eine unruhige Atmosphäre. Hier helfen geschlossene Schränke oder Sideboards. Alles, was man nicht jeden Tag sehen will, verschwindet hinter Türen. Man sollte nur ein paar ausgewählte Stücke offen hinstellen, die einem wirklich etwas bedeuten. Alternativ kann man Schachteln oder Boxen kaufen, die man gut in Regalen unterbringen kann.
Regelmäßiges Ausmisten hilft dabei, den Überblick zu behalten. Schließlich muss man nicht alles aufheben. Je weniger unnützer Kram herumsteht, desto weniger Zeit muss man mit Putzen, Staubwischen und Aufräumen verbringen.
Farben und ihre Wirkung
Farben verändern die Wahrnehmung eines Raumes sofort. Dunkle Wände machen ein Zimmer kleiner, aber auch gemütlicher. Helle Farben lassen kleine Räume größer wirken. Wer unsicher ist, bleibt bei neutralen Tönen wie Beige, Grau oder Sandfarben. Sie lassen sich prima mit bunten Kissen oder Bildern kombinieren. Ein aktueller Trend ist das Streichen von Teilen der Decke. Man kann eine Wand in einem dunkleren Ton streichen und nimmt diesen dann an der Decke auf, um beispielsweise den Bereich des Esszimmers optisch vom Wohnzimmerteil zu trennen.
Man sollte allerdings nicht zu viele verschiedene Farben mischen. Zwei oder drei Hauptfarben reichen völlig aus, damit es nicht zu unruhig wird. Pflanzen sind übrigens auch tolle Farbtupfer. Ein großes Fensterblatt, eine Monstera oder eine Bogenhanf-Pflanze bringen sattes Grün in die Wohnung und verbessern ganz nebenbei die Luft.
Die Wege im Zimmer planen
Beim Einrichten sollte man sich überlegen, wie man sich durch den Raum bewegt. Wenn man immer um den Sessel herumlaufen muss, um zum Balkon zu kommen, kann das auf Dauer zu Unmut führen. Die Hauptwege sollten mindestens 80 bis 90 Zentimeter breit sein. So wirkt das Zimmer großzügig und man läuft nicht Gefahr, sich ständig an Möbeln zu stoßen. Außerdem sollte man folgende Punkte im Hinterkopf behalten:
- Möbel nicht direkt vor die Heizung stellen, sonst wird es nicht richtig warm.
- Genügend Abstand zwischen Fernseher und Sofa einplanen.
- Fenster sollten sich problemlos ganz öffnen lassen.
Persönlichkeit zeigen
Ein Wohnzimmer muss natürlich nicht steril aussehen wie in einem Möbelkatalog. Man darf sehr wohl seine persönlichen Sachen aufstellen. Fotos, Bilder, Urlaubsmitbringsel oder alte Erbstücke geben dem Raum Charakter. Es ist völlig okay, wenn der alte Schrank von Oma neben einem modernen Regal steht. Solche Brüche machen eine Wohnung erst richtig gemütlich und individuell.
Man muss auch nicht alles auf einmal kaufen. Oft ist es besser, erst mal einzuziehen und zu schauen, was man im Alltag wirklich braucht. Ein Zuhause wächst mit der Zeit. Man merkt erst nach ein paar Wochen, wo noch ein Beistelltisch fehlt oder wo eine Lampe nützlich wäre.
Kleine Tricks für große Wirkung
Man kann die Sofaecke so in den Raum platzieren, dass der Essbereich vom Wohnbereich getrennt wird. Spiegel an der Wand reflektieren das Licht und lassen den Raum heller und vor allem größer wirken. Es gibt viele kleine Kniffe, die fast nichts kosten, aber viel bewirken.
Ein wichtiger Punkt sind auch die Proportionen. In einem riesigen Wohnzimmer wirkt ein winziges Sofa verloren. In einem kleinen Zimmer erschlägt eine wuchtige Wohnlandschaft alles. Bevor man Möbel kauft, sollte man die Abmessungen des Wohnzimmers im Kopf haben, damit man sichergeht, dass das neue Möbelstück passt und nicht am Ende noch den Raum sprengt.
Wie auch immer man die Dekoration des Wohnzimmers angeht – am Ende ist es wichtig, dass man sich selbst wohlfühlt. Es gibt kein Richtig oder Falsch, solange man sich gerne in seinem Wohnzimmer aufhält und entspannen kann.

