Blackmagic RAW, oft als BRAW abgekürzt, ist ein modernes Videodateiformat, das für seine hohe Qualität bekannt ist. Es ermöglicht Filmemachern, Material mit großem Dynamikumfang und vielen Bildinformationen aufzunehmen, was die Arbeit in der Nachbearbeitung enorm erleichtert. Aus diesen Videodateien lassen sich Einzelbilder exportieren – zum Beispiel als PNG, JPEG oder TIFF – die dann als hochwertige Standbilder genutzt werden können.
Doch was tun, wenn genau diese Standbilder plötzlich verschwunden sind? Der Verlust kann verschiedene Ursachen haben: Eine Speicherkarte wurde versehentlich formatiert, Dateien wurden beim Aufräumen gelöscht, oder ein Systemabsturz während der Datenübertragung hat die Struktur durcheinandergebracht. Auch defekte Speichermedien oder ein unsachgemäßes Entfernen der Karte können dazu führen, dass die Bilder nicht mehr auffindbar sind.
Bevor man aktiv wird, gibt es eine goldene Regel: Nutzen Sie das betroffene Laufwerk oder die Speicherkarte nicht weiter. Jede neue Aufnahme oder das Speichern neuer Daten könnte die verlorenen Bilder endgültig überschreiben. Trennen Sie das Gerät also am besten sofort vom Computer, wenn Sie den Verlust bemerken.
Der einfachste Weg: Prüfen Sie das eigene Backup. Oft liegt die Rettung näher als gedacht. Wer regelmäßig Backups erstellt – sei es über Cloud-Dienste wie Google Fotos oder iCloud, oder auf einer externen Festplatte –, sollte dort zuerst nachsehen. Auch ein Blick in den “Papierkorb” des Systems oder auf der Speicherkarte selbst (falls die Kamera einen solchen hat) kann sich lohnen.
Wenn das Backup nichts hergibt: Spezialisierte Software einsetzen
Wenn die Sicherungskopie nicht weiterhilft, bedeutet das noch nicht das Aus für Ihre Bilder. Es gibt Programme, die genau für solche Fälle entwickelt wurden und selbst tief im System nach verlorenen Dateien suchen können. Ein Beispiel dafür ist Stellar Photo Recovery, eine Software, die ganz einfach verlorene oder gelöschte Bilder wiederherstellen kann.
Die Bedienung solcher Tools ist in der Regel recht einfach und führt Sie Schritt für Schritt durch den Prozess:
1. Installieren Sie die Software: Achten Sie darauf, sie nicht auf dem Laufwerk zu installieren, von dem Sie die verlorenen Daten retten möchten.
2. Wählen Sie den Dateityp: Nach dem Start können Sie angeben, wonach gesucht werden soll. Wählen Sie hier “Fotos“, um die Suche einzugrenzen.
3. Bestimmen Sie den Ort: Wählen Sie nun das Laufwerk oder die Speicherkarte aus, auf der sich die verlorenen BRAW-Standbilder befanden.

4. Starten Sie die Suche: Mit einem Klick auf “Scan” beginnt die Software mit der Analyse des Datenträgers. Zuerst wird ein schneller Scan durchgeführt. Falls Ihre Dateien dort nicht auftauchen, können Sie einen sogenannten “Tiefen-Scan” starten. Dieser durchsucht das Laufwerk gründlicher, was zwar länger dauert, aber oft auch die letzten wiederherstellbaren Datenreste findet.
5. Vorschau anzeigen und auswählen: Nach dem Scan zeigt das Programm eine Vorschau der gefundenen Dateien an. So können Sie überprüfen, ob die gesuchten Bilder tatsächlich wiederherstellbar sind.
6. Speichern Sie die Dateien: Wählen Sie abschließend einen anderen Speicherort für die wiederhergestellten Dateien aus – zum Beispiel auf Ihrer internen Festplatte oder einem anderen externen Laufwerk. Speichern Sie sie auf keinen Fall wieder auf der ursprünglichen Speicherkarte, um die Daten nicht zu gefährden.

Wie man zukünftigen Datenverlust vermeidet
Ein paar einfache Gewohnheiten können viel Ärger ersparen:
- Regelmäßige Backups: Nutzen Sie Cloud-Dienste oder erstellen Sie regelmäßig Kopien Ihrer wichtigen Dateien auf einer externen Festplatte.
- Sorgsamer Umgang mit Medien: Verwenden Sie hochwertige Speicherkarten und formatieren Sie diese am besten direkt in Ihrer Blackmagic-Kamera. Entfernen Sie die Karte nicht, während die Kamera noch schreibt oder der Akku fast leer ist.
- Sichere Datenübertragung: Werfen Sie externe Laufwerke immer ordnungsgemäß über das Betriebssystem aus, bevor Sie das Kabel abziehen.

